Live wetten online 2026: zehn Anbieter, ein Bundesland-Vorbehalt und 5 Prozent, die immer mitlaufen

Updated Oktober 2026
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Ein Fußballstadion unter Flutlicht aus großer Entfernung gesehen, die Lichtkegel stehen im dunklen Abendhimmel über leeren Parkplätzen.

Datenstand: Oktober 31, 2026. Bewilligungsangaben der Anbieter geprüft gegen die Impressen und Wettordnungen der Betreiber sowie gegen die Wettgesetze der Bundesländer.

Bei Interwetten dauert die Annahme einer Wette typischerweise 5 bis 10 Sekunden.

Eine Livewette sieht aus wie ein Spiel, ist aber ein Rechenvorgang. Man drückt auf einen Knopf, die Quote steht schon da, das Geld ist weg — und irgendwo zwischen diesem Klick und einer möglichen Auszahlung sitzt eine Gebühr, die seit dem 1. April 2025 fünf Prozent des Wetteinsatzes beträgt und die kein Anbieter aus Nächstenliebe verschwinden lässt. Wer live wettet, wettet schneller, öfter und in kleineren Abständen. Genau diese drei Eigenschaften machen jede Abgabe teurer, als sie auf dem Wettschein aussieht.

In Österreich kommt eine zweite Rechnung dazu, die nichts mit Mathematik zu tun hat. Sportwetten sind bundesrechtlich kein Glücksspiel; sie brauchen eine Bewilligung des jeweiligen Bundeslandes, und neun Bundesländer schreiben neun verschiedene Wettgesetze. Für Live-Märkte heißt das: Es gibt kein „in Österreich erlaubt“ und kein „in Österreich verboten“, sondern eine Landkarte. Wien lässt Live-Wetten nur auf Teil- oder Endergebnisse zu, Oberösterreich nur auf ein numerisches Zwischen- oder Endergebnis oder darauf, wer als Nächster trifft. Wer eine Livewette platziert, ohne zu wissen, unter welchem Landesgesetz der Buchmacher arbeitet, kennt den Rahmen seiner eigenen Wette nicht.

Diese Seite nimmt deshalb den Kostenbegriff ernst. Sie erklärt zuerst die Rechtslage als Kostenfaktor — Bewilligung, Wettgebühr, Einsatzgrenzen, Selbstsperre —, dann den Spielerschutz, dann die Mechanik der Livewette samt Cash-Out, und sie vergleicht zum Schluss zehn Buchmacher, sechs mit österreichischer Bewilligung und vier ohne. Live-Wetten bleiben hier Mechanik, Preis und Regelwerk. Wer eine Prognose sucht, ist auf dieser Seite falsch; wer wissen will, was ein Klick ihn kostet, richtig.

Rechtslage: Live-Wetten brauchen eine Bewilligung des Bundeslandes

Der erste Kostenposten einer Livewette in Österreich ist kein Geldbetrag, sondern ein Rechtsrahmen, der sich nicht landesweit gleich verhält. Sportwetten fallen nach Auffassung des Verwaltungsgerichtshofs nicht unter das Glücksspielgesetz; es gibt damit keine Bundeslizenz, keine nationale Aufsichtsbehörde, kein bundesweites Wettanbieter-Verzeichnis und kein nationales Sperrregister für Sportwetten. Wer Wetten annehmen will, braucht eine Bewilligung — und die erteilt die Landesregierung, jede nach ihrem eigenen Wettgesetz: das NÖ Wettgesetz, das Wiener Wettengesetz, das Oö. Wettgesetz und die Gesetze der übrigen sechs Länder. Die Bewilligung ist an den Ort gebunden, von dem aus der Betreiber die Daten bereitstellt; der Verwaltungsgerichtshof hat diese Anknüpfung 2026 für Oberösterreich bestätigt.

Ein Tennisplatz im Morgengrauen mit Netz und Linien, über dem Sandboden liegt leichter Nebel und niemand ist zu sehen.
Seit dem 1. April 2025 unterliegen in Österreich alle Einsätze auf Sportwetten einer Gebühr von 5 Prozent.

Was daraus für den Wettkunden folgt, ist unbequem, aber ehrlich: Es gibt keine Stelle in Österreich, bei der man eine Liste aller bewilligten Buchmacher abfragen könnte. Es gibt nur die Angabe des Betreibers selbst. tipp3 nennt im Impressum eine Bewilligung der Niederösterreichischen Landesregierung, erteilt mit Bescheid vom 10. Dezember 2020 unter der Aktenzahl IVW1-Wett-47/001-2020, auf Grundlage des NÖ Wettgesetzes vom 27. Mai 2020. win2day stützt seine Sportwetten auf eine Bewilligung derselben Landesregierung und weist ausdrücklich darauf hin, dass dieses Angebot nicht unter das Glücksspielgesetz und nicht unter die Aufsicht des Finanzamts Österreich fällt. Wichtig, weil gern vermischt: Lotterie- und Casinospiele von win2day laufen in einem völlig anderen Regime, nämlich unter der bundesrechtlichen Konzession nach dem Glücksspielgesetz. Zwei Geschäfte, zwei Aufsichten, ein Betreiber. Wer die Sportwetten eines Hauses beurteilt, beurteilt nicht dessen Automatenspiele — und umgekehrt.

Was ein Bundesland erlaubt und was nicht

Die Bewilligung ist nicht nur eine Formalität, sie legt fest, worauf überhaupt live gewettet werden darf. Wien erlaubt Live-Wetten ausschließlich auf Teil- oder Endergebnisse. Oberösterreich ist etwas weiter und erlaubt Live-Märkte auf ein numerisches Zwischen- oder Endergebnis oder darauf, wer den nächsten Treffer erzielt. Wer in Wien eine Livewette auf „nächstes Tor“ sucht, sucht einen Markt, den das Wiener Wettgesetz in dieser Form nicht vorsieht; in Oberösterreich steht genau dieser Markt ausdrücklich im Gesetz. Dieselbe Wette, zwei Rechtslagen, ein Land. Dass die aktuellen Live-Regeln Niederösterreichs nicht veröffentlicht nachvollziehbar sind, gehört zur Sache: Wer dort spielt, fragt den Betreiber oder liest dessen Wettordnung, statt eine Regel zu unterstellen.

Ein Smartphone mit dunklem Display liegt auf einem Holztisch neben einem Notizbuch, durch das Fenster fällt Abendlicht.
Der Marktanteil der beliebtesten Live-Wettarten liegt Branchenangaben zufolge bei etwa 60 bis 70 Prozent.

Dazu kommen Einsatzobergrenzen, die je Bundesland verschieden ausfallen. In Oberösterreich und Niederösterreich liegt das Höchstmaß bei 500 € pro Wette, in Wien bei 50 € pro Wette an Terminals ohne Schalter. Für Online-Wetten in den übrigen Ländern ist eine vergleichbare Grenze nicht belegt. Ein Live-Parlay über mehrere Hundert Euro ist damit nicht überall gleich gut darstellbar, und wer sein Spiel über Einsätze steuert, sollte wissen, welcher Deckel über seinem Wettschein hängt.

Was nicht gewettet werden darf, ist ebenfalls geregelt: Wetten auf politische Ereignisse oder auf Fernsehsendungen sind in der Regel nicht zulässig. Wetten auf virtuelle oder aufgezeichnete Rennen sind rechtlich Glücksspiel und nicht Sportwette — sie können von einem Bundesland nicht als Sportwette bewilligt werden. Wer virtuelle Pferderennen im Sportwettenbereich eines Anbieters sieht, sieht kein bewilligtes Sportwettenprodukt. Zum Thema E-Sport ist hier kein belastbarer Befund zu halten, und deshalb steht dazu auch nichts auf dieser Seite: Eine Aussage über die Zulässigkeit wäre geraten, nicht geprüft.

Die fünf Prozent, die der Player nicht zahlt — und doch trägt

Punkt drei der Rechtslage ist der einzige mit einem exakten Zahlwert, und es ist der wichtigste dieser Abschnitts. Seit dem 1. April 2025 beträgt die Wettgebühr nach § 33 TP 17 Abs. 1 Z 1 GebG in der Fassung BGBl. I Nr. 7/2025 exakt 5 Prozent des Wetteinsatzes; davor waren es 2 Prozent, ein Satz, der seit dem 1. Oktober 2005 galt. Bemessungsgrundlage ist der Einsatz selbst, nicht der Einsatz abzüglich der Gebühr. Schon diese Feinheit entscheidet über Cent-Beträge: Wer 100 € setzt, löst 5 € Gebühr aus und zahlt bei einer Quote von 2,00 nicht 205 €, sondern rechnet mit einem Einsatz, auf den die fünf Prozent bereits geschlagen wurden.

Schuldner der Gebühr ist nicht der Wettkunde. Die Abgabe schuldet, wer die Wette gewerblich abschließt oder vermittelt. Sie fällt auch dann an, wenn jemand aus Österreich bei einem im Ausland sitzenden Betreiber wettet — und die Entrichtung der Gebühr ist ausdrücklich kein Nachweis dafür, dass der Betreiber eine österreichische Bewilligung besitzt. Ob und wie die fünf Prozent beim Kunden ankommen, entscheidet jeder Betreiber in eigener Verantwortung: versteckt in der Quote, abgezogen vom Gewinn oder selbst getragen. tipp3 gibt an, bei verlorenen Wetten die Gebühr selbst zu tragen und bei gewonnenen Wetten 5 Prozent des Gewinns abzuziehen. Bei 10 € Einsatz und Quote 2,00 ergibt das einen Bruttogewinn von 20 €, eine Gebühr von 1 € und einen möglichen Gewinn von 19 €. Dasselbe 5-Prozent-Rechenbeispiel gilt aber nicht automatisch für jedes Haus: Ein Anbieter, der die Gebühr in die Quotenrechnung einbaut, zeigt dem Kunden gar keinen Abzug — und trägt sie trotzdem, über den Preis. Der Unterschied zwischen „selbst getragen“ und „in der Quote versteckt“ ist auf einem Wettschein nicht sichtbar, im Quotenschlüssel aber messbar.

Zwei Ausnahmen hält tipp3 in seinen eigenen Bedingungen fest: Gewinne aus Cash-Outs sowie „ja/nein“- und „alle 7“-Wetten sind vom Abzug ausgenommen. Wer sein Wettsortiment stark über Cash-Outs abwickelt, gewinnt dadurch eine kleine Marge gegenüber dem klassischen Gewinnabzug. Ein Beschwerdefall eines Buchmachers gegen die fünf Prozent wurde vom Bundesfinanzgericht am 12. Mai 2026 unter der Zahl RV/7100519/2026 abgewiesen. Zur Besteuerung der Gewinne privater Wettkunden ist hier keine belastbare primäre Aussage zu halten; dazu gehört eine Auskunft vom Steuerberater oder vom Finanzamt, nicht ein Absatz in einem Wettvergleich.

Wenn der Anbieter im Ausland sitzt

Vier der zehn hier verglichenen Buchmacher haben keine österreichische Bewilligung: Slotuna, LeoVegas, Ybets und Wonderluck. Jeder von ihnen nennt eine Lizenz — Anjouan ALSI-152406028-FI2 bei Slotuna, die Malta Gaming Authority bei LeoVegas, Anjouan ALSI-202411003-FI1 bei Ybets, Anjouan bei Wonderluck. Keine davon ist eine österreichische Bewilligung, und keine ersetzt eine. Ob ein von außen betriebenes Online-Wettangebot in Österreich zulässig ist, hängt am Wettgesetz des jeweiligen Bundeslandes, und diese Frage ist in Rechtsprechung und Politik umstritten. Der Verwaltungsgerichtshof hat den Serverstandort als Anknüpfungspunkt bestätigt; die Erläuterungen zum NÖ Wettgesetz, in einem Landtagsantrag zitiert, lassen Betreiber, die Niederösterreich von Servern außerhalb des Landes bedienen, außerhalb dieses Gesetzes. Daraus folgt weder ein „legal“ noch ein „illegal“. Es folgt: Es existiert kein österreichischer Bewilligungsnachweis zum Nachschauen.

Praktisch ist das eine Liste von Dingen, die fehlen. Es gibt keine österreichische Behörde, bei der man sich über das Produkt beschweren könnte. Es gibt keine Selbstsperre, die von einem Land ausgesprochen und vom ausländischen Anbieter befolgt würde. Und es gibt im Gegenzug Dinge, die ausländische Häuser eher bieten: höhere Einsatzgrenzen und ein breiteres Live-Programm, weil sie keinen Land-Katalog einhalten müssen. Das ist kein Plädoyer, das ist die Struktur. Wiener Bußgelder für Betreiber ohne Bewilligung liegen bei bis zu 22.000 €, in Oberösterreich bis zu 20.000 € — eine Zahl, die den Anbieter trifft, nicht den Spieler. Für Wettkunden, die bei einem ausländischen Betreiber setzen, ist keine Sanktion belegt. Bei unerlaubten Casino- und Pokeranbietern haben Gerichte Verluste zurückzahlen lassen; für Sportwetten existiert keine vergleichbare Entscheidung. Wer also eine Livewette verloren hat, sollte daraus keinen Rückzahlungsanspruch konstruieren.

Spielerschutz: was Live-Wetten schnell und teuer macht

Der zweite Kostenblock liegt nicht im Gesetzbuch, sondern im Verhalten. Live-Wetten kommen in dichten Abfolgen: Nachspielzeiten, Unterbrechungen bei Elfmetern, schnelle Korrekturen nach einem Tor — jede dieser Phasen ist ein Fenster, in dem ein gestresster Verstand zwei weitere Klicks macht. Genau deshalb wiegt der Spielerschutz auf dieser Seite schwerer als auf einer Seite über Vorabwetten, und genau deshalb ist die Regelungslage in Österreich so zurückhaltend: Es gibt keine gesetzliche Pflicht für Wettanbieter, Einzahlungs- oder Verlustlimits anzubieten, und es gibt kein bundesweites Verlustlimit für Sportwetten. Was es gibt, sind Anträge in der Steiermark und in Niederösterreich aus dem Jahr 2025, die ein solches Limit fordern — beschlossen ist nichts. Wer also glaubt, das Limit im Konto sei eine gesetzliche Pflicht, irrt. Es ist eine Hausregel.

Die Hausregeln sind dafür unterschiedlich streng, und ein Beispiel lohnt die Gegenüberstellung. win2day arbeitet mit einem Einzahlungslimit, das nach Alter gestaffelt ist: bis zum Alter von 26 Jahren höchstens 250 € pro Woche, gerechnet von Freitag bis Donnerstag, ab 26 Jahren höchstens 1.680 € pro Kalendermonat — auf Antrag individuell erhöhbar, und Gewinne zählen nicht zum Limit. Das klingt großzügig, hat aber einen Haken, der in der Altersgrenze steckt: Wer mit 29 Jahren die 1.680 € im Monat ausschöpft, findet darüber keine hilfreiche Grenze mehr vor, denn das Wochendach gilt nur für die junge Gruppe.

tipp3 setzt an anderer Stelle an und sperrt härter. Eine Spielpause lässt sich für 1, 3 oder 6 Monate einrichten; das Guthaben bleibt im Konto. Eine Selbstsperre läuft 1, 2 oder 3 Jahre, das Guthaben wird auf das verknüpfte Bankkonto überwiesen. Entscheidend ist der Nachsatz: Beide Sperren sind nach dem Start nicht aufhebbar. Für jemanden, der im Frust einer verlorenen Live-Session sperren möchte, ist das die gute Nachricht — die Sperre hält auch dann, wenn der Frust am nächsten Tag verflogen ist. Für jemanden, der kurzfristig sperrt und sich zwei Tage später ärgert, ist es die schlechte: Die Härte ist der Punkt.

Eine Selbstsperre bedeutet in Österreich aber nicht dasselbe wie in einem Land mit zentralem Register. Die Landesgesetze kennen sie je Betreiber und je Bundesland, ein bundesweites Sperrregister für Sportwetten existiert nicht. In Wien ist eine Aufhebung nicht vor zwei Jahren möglich. Das Glücksspielreformgesetz 2026, am 14. Oktober 2026 noch ein Gesetzesentwurf, schafft ein Sperrregister und ein Limitregister — aber für Glücksspiel nach dem Glücksspielgesetz. Sportwetten stehen in keinem der beiden Register. Es gibt außerdem ein angedachtes Instrument zur Zahlungsblockade; es gehört zum selben Entwurf und ist damit ebenfalls kein Werkzeug für Sportwetten.

Wer während einer Live-Session merkt, dass er die Kontrolle verliert, hat neben den Anbieterfunktionen eine bundesweit erreichbare Adresse: playsponsible.at. Das ist keine Statistik und kein Bonus, sondern die Nummer, die man in der Nacht noch nachschauen kann. Ein Hinweis zum Alter gehört daneben: 18 Jahre ist die Schwelle, in Wien und Oberösterreich gesetzlich, sonst von den Betreibern selbst genannt.

Live-Wetten und Cash-Out: wie Quoten während der Partie atmen

Eine Livewette ist eine Sportwette auf ein Ereignis, das bereits läuft. Der Unterschied zur Vorabwette liegt nicht im Tipp, sondern im Takt der Annahme: Die Abgabe ist erst mit dem Spielbeginn möglich, verlängert um eine Karenzzeit, und sie bleibt während der Partie offen. Was den Markt bewegt, ist die Partie selbst. Nach einem Tor, einem Platzverweis oder einem Elfmeter müssen die Quoten angepasst oder die Annahme ausgesetzt werden; ein Teil dieser Anpassung läuft heute automatisch über Spielstand, Einsätze und Spielzeit. Der Wettkunde sieht davon nur das Ergebnis: eine Quote, die klettert oder fällt, und gelegentlich ein Feld, das für Sekunden nicht anklickbar ist.

Genau in dieser Anpassung liegt die wichtigste Falle des Live-Wettens in Österreich. Quoten und Annahme bewegen sich schneller als die Übertragung. Wer auf einem Fernsehbild setzt, das zwei Sekunden hinter dem Geschehen liegt, reagiert auf ein Spiel, das es so nicht mehr gibt. In Extremformen nutzen Betrüger diese Verzögerung gezielt aus — vom Veranstaltungsort aus, mit dem Vorsprung der eigenen Anwesenheit: Courtsiding. Für den normalen Spieler ist die Lehre unspektakulär: Vor einem Live-Spiel sollte der Browser oder die App ruhiger laufen als der Fernseher, nicht umgekehrt.

Eine Anbieterangabe macht die Erwartung greifbar. Bei Interwetten dauert die Annahme einer Wette typischerweise 5 bis 10 Sekunden. Fünf Sekunden sind eine Ewigkeit, wenn eine Quote gerade wegbricht, und kurz genug, um selbst zu überleben. Wer sich ärgert, dass eine Quote „verschwindet“, während er auf einen Bestätigungsknopf starrt, hat genau dieses Fenster erlebt. tipp3 geht einen Schritt weiter und unterbricht die Annahme bei Situationen wie einem Elfmeter, bis der Ausgang des Strafstoßes feststeht — die technisch saubere Lösung, weil in diesen Sekunden jede Quote eine Behauptung über die Zukunft wäre.

Beliebte Live-Märkte und ihr Anteil

Drei Markttypen dominieren das Live-Wettgeschehen: die Wette auf das nächste Tor, die Restzeitwette und die Tore-ab-jetzt-Wette. Branchenangaben zufolge liegt der Marktanteil dieses Kreises bei etwa 60 bis 70 Prozent. Das ist die Kennzahl hinter einer Beobachtung, die jeder Live-Wetter selbst gemacht hat: Kaum ein Gespräch über Livewetten handelt von Siegerquoten, fast jede Diskussion dreht sich um das nächste Tor oder darum, ob in den letzten zwanzig Minuten noch etwas passiert.

Neben dem Markt selbst ist die Sportart der zweite Kostenhebel. Fußball, Tennis und Eishockey verhalten sich unterschiedlich, weil ihre Ereignisse unterschiedlich dicht fallen. Bei Tennis wird nahezu jeder Punkt zum Zwischenstand, und die Quoten korrigieren entsprechend oft; beim Fußball liegen die Einschnitte weiter auseinander, dafür sind sie heftiger. Wer live wettet, um die Quote eines ganzen Spiels zu umgehen, findet in schnellen Sportarten die meisten Einstiege und zugleich die meisten Gelegenheiten für einen teuren Impulsklick.

Cash-Out: die Rückfahrkarte, die nicht immer fährt

Cash-Out ist die Funktion, mit der man vor dem Ende eines Spiels aus einer offenen Wette aussteigt. Der angebotene Betrag richtet sich nach dem Spielverlauf: Wer früh und deutlich führt, bekommt mehr als jemand, dessen Mannschaft gerade in Rückstand geraten ist. Eine Kur des eigenen Kontos ist das nicht. Das Angebot ist eine Gegenposition, die der Buchmacher gegen den eigenen Wettschein hält, und in jedem Betrag steckt bereits dessen Marge. Wer regelmäßig aussteigt, erkauft sich Ruhe mit einem durchschnittlichen Verlust gegenüber dem reinen Zuwarten.

Interessanter ist der zweite Teil der Regel: Während einer Sperre der Wettabgabe — etwa bei laufenden Quotenanpassungen — steht Cash-Out nicht zur Verfügung. Diese Pause trifft genau dann, wenn die Bewegung am größten ist. Ein Tor sorgt für eine Annahmepause, und in derselben Pause friert die Ausstiegsmöglichkeit ein. Wer Cash-Out als Absicherung einplant, plant also eine Absicherung ein, die auf einen Moment wartet.

Auch an dieser Stelle unterscheiden sich die Anbieter, und ein Detail ist unangenehm genug, um es zu kennen. Bei win2day ist die Cash-Out-Funktion deaktiviert, solange eine Wette als FreeBet gespielt wird; der mögliche Gewinn ergibt sich bei FreeBet-Einsätzen aus Gesamtquote mal Einsatz abzüglich des Einsatzes. Vierklee erlaubt laut seinen Wettbedingungen für manche Wetten einen Cash-Out, verpflichtet sich aber ausdrücklich nicht, ein Ausstiegsangebot des Kunden anzunehmen. Wer die Ausstiegstür als Sicherheit betrachtet, sollte die Wettbedingungen lesen und nicht die Werbefläche.

Was eine Wette zurückzahlt

Die Rechnung, die alles andere in diesem Abschnitt relativiert, ist die einfache. Ein Einzelwetteinsatz von 10 € zu einer Quote von 2,50 ergibt einen Rückzahlungsbetrag von 25 €, also 15 € Nettoertrag über den Einsatz hinaus. Achtzehn solcher Wetten liefern, wenn sie gewinnen, 450 € zurück für 180 € Einsätze. Das ist die eine Seite. Die Gebühr und die Marge stehen auf der anderen.

Der wichtige Teil dieses Rechenbeispiels ist der, den die Quote verschweigt: Die 2,50 ist kein reiner Erwartungswert, sondern ein Preis, über den das Haus seinen Anteil eingerechnet hat. Auf jedem Markt bleibt diese Marge hängen, und weil sie für den Kunden nicht sichtbar ist, wirkt eine Livequote wie ein Naturereignis. Sie ist keines. Sie ist das Ergebnis einer Rechnung, die das Haus in seinem Sinne abgeschlossen hat.

Der Payout selbst ist immer eine Größenordnung, nie eine Garantie: 25 € sind das, was diese Wette im Gewinnfall zurückbringt. Ob sie gewinnt, sagt die Rechnung nicht, und es gibt auch auf dieser Seite keinen Hinweis dazu. Eine runde Zahl zum Merken ist die andere Seite davon. Legt man drei solcher 10-Euro-Wetten mit Quote 2,50 exakt so an, dass eine gewinnt und zwei verlieren, stehen 25 € Rückzahlung gegen 30 € Einsatz — ein Beispiel dafür, wie schnell aus Live-Wetten ein Nettoverlust wird, ohne dass der Spieler sich einen Fehler vorwerfen kann.

Live-Wetten im Vergleich: zehn Buchmacher nach Kosten und Regeln

Die Tabelle sortiert nicht nach Sympathie, sondern nach Nachprüfbarkeit. In der ersten Gruppe stehen Häuser, die eine Bewilligung eines österreichischen Bundeslandes nennen; in der zweiten stehen Häuser ohne österreichische Bewilligung, aufgeführt, weil Wettkunden ihnen begegnen, und bewertet nach denselben Kriterien. Was die zweite Gruppe von der ersten trennt, ist nicht ein Produktmangel, sondern eine Beweislage: Bei einem Haus ohne Bewilligung gibt es keinen österreichischen Bescheid, auf den man sich berufen könnte.

Brand Österreichische Bewilligung (Bewilligung oder keine) Betreiber bzw. angeführte Lizenz
tipp3 Bewilligung der NÖ Landesregierung nach dem NÖ Wettgesetz, wie im Impressum angeführt Österreichische Sportwetten Gesellschaft m.b.H.
win2day Bewilligung der NÖ Landesregierung, wie in der Wettordnung angeführt — nur die Sportwetten Österreichische Lotterien Gesellschaft mbH
Starsportwetten Bewilligung eines Bundeslandes; Amt und Bescheid veröffentlicht der Betreiber nicht Star Sportwetten GmbH
Admiral Bewilligung der OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz, wie angeführt ADMIRAL Sportwetten GmbH
Vierklee Bewilligung der Tiroler Landesregierung, Zl. IIa.10.065/144-0, wie angeführt Vierklee Wettbüro GmbH
Merkur Bets Bewilligung eines Bundeslandes; Amt und Bescheid veröffentlicht der Betreiber nicht Betreiber nicht angegeben
Slotuna keine österreichische Bewilligung Anjouan ALSI-152406028-FI2
LeoVegas keine österreichische Bewilligung Malta Gaming Authority
Ybets keine österreichische Bewilligung Anjouan ALSI-202411003-FI1
Wonderluck keine österreichische Bewilligung Anjouan

Die Spanne innerhalb der ersten sechs ist kleiner, als sie aussieht. Drei Häuser zeigen das Amt, das die Bewilligung erteilt hat, und die Zwei-Spalten-Struktur macht sichtbar, wie viele es nicht tun: Starsportwetten und Merkur Bets führen zwar eine Bewilligung an, lassen aber Land und Bescheid offen. Das ist kein Widerspruch, sondern eine sehr schmale Nachweislage. Wer eine Bewilligung behauptet, ohne sie zu zeigen, verlangt vom Kunden einen Vertrauensvorschuss — und Vertrauensvorschüsse sind teuer, wenn etwas schiefgeht.

Die vier Häuser ohne Bewilligung tragen dafür Lizenznamen aus anderen Jurisdiktionen. Malta und Anjouan sind Aufsichtsbehörden mit eigenen Regeln; keine davon ist eine österreichische Behörde, und keine davon wird sich für die Einhaltung des oberösterreichischen Live-Marktkatalogs interessieren. Das ist keine Anklage, sondern der Kern der Wahl: österreichische Bewilligung heißt Nachvollziehbarkeit bei Amt, Bescheid und Land, verbunden mit einem Land-Katalog bei den Live-Märkten und, je nach Land, einem Einsatzdeckel. Kein österreichisches Papier heißt weniger Papier, aber auch weniger Stelle, bei der man nachfragen kann.

tipp3: die Hausrechnung mit dem Gewinnabzug

tipp3 ist der Anbieter, bei dem die österreichische Steuerarchitektur am sichtbarsten wird. Der Betreiber nennt eine Bewilligung der NÖ Landesregierung, erteilt mit Bescheid vom 10. Dezember 2020, Aktenzahl IVW1-Wett-47/001-2020, gestützt auf das NÖ Wettgesetz vom 27. Mai 2020. Bei den fünf Prozent verfährt das Haus so, dass es bei verlorenen Wetten die Gebühr selbst trägt und bei gewonnenen 5 Prozent des Gewinns abzieht: 10 € Einsatz bei Quote 2,00 ergeben 20 € Bruttogewinn, 1 € Gebühr und 19 € möglichen Gewinn. Gewinne aus Cash-Outs sowie „ja/nein“- und „alle 7“-Wetten sind vom Abzug ausgenommen.

Die technische Seite ist restriktiver als das Marketing mancher Wettseiten vermuten lässt. Livewetten sind nur auf der Webseite von tipp3 und in den tipp3 Online-Apps möglich, nicht in jeder Annahmeumgebung. Bei Situationen wie einem Elfmeter wird die Wettannahme unterbrochen, bis der Ausgang feststeht. Die „ja/nein“- und „alle 7“-Wetten müssen als Einzelwetten abgegeben werden. Zusammen ergibt das ein Haus, das die schnellen Momente kontrolliert und teils ganz aus dem Spiel nimmt.

Die Bewertung: Wer seine Livewetten in ruhigen Mustern abgibt und Wert darauf legt, bei einer etablierten Adresse mit nachlesbarem Bescheid zu sein, findet hier die klarste Papierlage im Vergleich. Wer die Maximalbeschleunigung sucht, wird von den Annahmepausen mehr genervt sein als von jedem Bonus.

win2day: Limit mit Altersschwelle

win2day stützt seine Sportwetten auf eine Bewilligung derselben niederösterreichischen Landesregierung und macht in der Wettordnung ausdrücklich darauf aufmerksam, dass dieses Angebot nicht dem Glücksspielgesetz und nicht der Aufsicht des Finanzamts Österreich unterliegt. Das ist die klarste Formulierung, die in diesem Vergleich zu finden ist: Der Betreiber sagt selbst, unter welchem Regime er steht — und welche anderen Teile seines Geschäfts unter einem anderen stehen.

Beim Spielerschutz ist win2day das Haus mit der sichtbarsten Mengensteuerung. Das Einzahlungslimit liegt bis zum Alter von 26 Jahren bei höchstens 250 € pro Woche, gerechnet Freitag bis Donnerstag, und ab 26 Jahren bei höchstens 1.680 € pro Kalendermonat. Auf Antrag lässt sich das Limit individuell erhöhen, und Gewinne zählen nicht mit. Für Sportarten nennt das Haus Fußball, Eishockey, Tennis, Handball und Formel 1; Einzel-, Kombi-, Langzeit- und Livewetten stehen im Programm. Ein Detail mit praktischer Sprengkraft: Wird eine Wette als FreeBet gespielt, ist die Cash-Out-Funktion deaktiviert, und der mögliche Gewinn ergibt sich aus Gesamtquote mal FreeBet-Einsatz abzüglich des FreeBet-Einsatzes. Die Freiwette ist also nicht einfach ein Freilos mit kleinerem Einsatz, sondern eine Wette ohne Ausstiegsklappe.

Die Bewertung: Das Einzahlungslimit ist das ehrlichste Werkzeug in diesem Vergleich, weil es vor dem Wettschein greift und nicht danach. Genau deshalb ist es auch das unangenehmste für einen Vielspieler — wer sich mit 30 Jahren an 1.680 € im Monat gewöhnt, hat keine Wochengrenze mehr über sich.

Starsportwetten: viel Programm, schmale Nachweise

Starsportwetten führt eine Bewilligung eines österreichischen Bundeslandes an, veröffentlicht aber weder das Amt noch den Bescheid. Bei den Zahlen ist das Haus im Vergleich das lauteste: Die App-Beschreibung listet Fußball, Eishockey, Basketball, Tennis, Handball, American Football, Baseball, Volleyball, Rugby und Darts, dazu über 200 Fußballligen aus mehr als 80 Ländern und bis zu 10.000 Live-Spiele pro Monat. Die Webseite bewirbt aktuelle Live-Wetten, Tageshighlights sowie Livescore und Ergebnisse; Cash-Out kommt in dieser Darstellung nicht vor.

Dieser letzte Punkt ist der entscheidende. Ein Wettkunde, der Cash-Out als Teil seines Risikomanagements versteht, liest bei Starsportwetten eine Produktbeschreibung, die den Ausstieg nicht erwähnt. Das kann sein, weil die Funktion woanders beschrieben wird; für einen Vergleich heißt es zunächst: unbekannt. Bei einem Haus mit bis zu 10.000 Live-Spielen pro Monat ist die fehlende Angabe zum Ausstieg ein bemerkenswertes Loch in einer sonst lauten Programmwerbung.

Die Bewertung: Die Breite des Angebots ist hier unbestritten, die zwei offenen Enden sind es auch — ein nicht veröffentlichter Bescheid und ein nicht genanntes Cash-Out. Wer sich an der Fülle der Live-Märkte orientiert, findet Argumente; wer Papier und Rückfahrkarte braucht, muss beim Anbieter nachfragen.

Admiral: Bewilligung aus Oberösterreich

Admiral nennt als Bewilligungsgrundlage eine Bewilligung der OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz. Das ist ein Vorteil in diesem Vergleich, weil es eine der wenigen Angaben ist, die das Land und das Gesetz benennt, unter dem das Angebot steht. Die OÖ-Regeln sind außerdem die im Live-Bereich etwas breiteren: Oberösterreich erlaubt Live-Wetten auf ein numerisches Zwischen- oder Endergebnis sowie auf den nächsten Torschützen, was dem Markt „nächstes Tor“ ein gesetzliches Fundament gibt.

Auf der Betreiberseite steht ein Stück österreichische Wettgeschichte. Die ADMIRAL Sportwetten GmbH mit Sitz in Gumpoldskirchen gehörte zur Novomatic-Gruppe; gegründet wurde das Unternehmen von Walter Grubmüller, und an der Wiener Börse war es von 2001 bis 2006 notiert. Wer über die Verlässlichkeit eines Anbieters nachdenkt, findet hier ein Unternehmen mit Börsenvergangenheit und Konzernanbindung — was kein Gütesiegel für die Quoten ist, aber erklärt, warum das Haus in Österreich flächig präsent ist.

Die Bewertung: Der Live-Marktkatalog Oberösterreichs ist für dieses Haus der stillste Vorteil. Wer häufig auf Zwischenstände oder auf ein numerisches Ergebnis live setzt, findet hier die breiteste von einer Landesregelung gedeckte Auswahl — ein Detail, das keine Werbung nennt.

Vierklee: Cash-Out ohne Zusage

Vierklee führt eine Bewilligung der Tiroler Landesregierung unter der Zahl IIa.10.065/144-0 an und ist damit eines der drei Häuser, die Bescheid und Land offenlegen. Betreiber ist die Vierklee Wettbüro GmbH. Auffällig ist die Formulierung zum Ausstieg: Laut den Allgemeinen Wettbedingungen ist für manche Wetten ein Cash-Out möglich — und der Buchmacher ist ausdrücklich nicht verpflichtet, ein Cash-Out-Angebot des Kunden anzunehmen.

Das ist die ehrlichste juristische Formulierung zum Thema in diesem ganzen Vergleich, und sie liest sich für den Kunden unbequem. Cash-Out wird landläufig als Recht verstanden, als Knopf, der immer da ist. Vierklee sagt: Manche Wetten, und die Annahme liegt im Ermessen des Buchmachers. Damit steht die Rückfahrkarte nicht garantiert im Wettschein, sondern im Angebot des Hauses. Der Punkt ist umso relevanter für Live-Wetten, weil genau dort der Drang zum Aussteigen am größten ist.

Die Bewertung: Wer die Ausstiegsmöglichkeit als Sicherheitsnetz einplant, hat bei Vierklee das klarste Wort aus der Branche — und es lautet, dass es kein Netz gibt, sondern ein Angebot. Das ist weniger beruhigend als die Werbefläche eines Mitbewerbers und mehr wert als eine Zusage, die niemand prüft.

Merkur Bets: neuer Name, alte Struktur

Merkur Bets ist der jüngste Name in dieser Runde und laut Betreiberangaben nicht der Inhaber eines neuen Geschäfts. Die österreichische Sportwetten-Sparte der Merkur Group, früher Cashpoint Sportwetten mit Sitz in Gerasdorf bei Wien und gegründet 1996, tritt seit Juni 2025 unter der Marke Merkur Bets auf. Eine Bewilligung eines Bundeslandes wird angeführt, ohne Land und Bescheid zu nennen; ein Betreiber ist nicht angegeben.

Im Programm ist die App das aussagekräftigste Dokument. Die Merkur-Bets-App für iPhone und iPad, ab 18 Jahren, bietet Live- und Vorab-Wetten, Cash-Out sowie Einzel-, Kombi-, System- und Mehrwegwetten auf Fußball, Basketball, Tennis, American Football, Formel 1 und Olympia. Damit nennt dieses Haus Cash-Out ausdrücklich, was es von Starsportwetten und dem Vierklee-Vorbehalt unterscheidet. Ein Sportartenkatalog ohne Eishockey und Handball fällt allerdings auf, wo andere Häuser beides führen.

Die Bewertung: Die Kombination aus neuem Namen, altem Geschäft und verweigerter Betreiberangabe ist ein Merkwürdigkeitsfaktor, den ein Vergleich nicht wegerklären kann. Auf der Produktseite hingegen steht mit Cash-Out und Systemwetten ein erwachsenes Angebot, und wer Regelmäßigkeit über Programmfülle stellt, wird hier mehr finden als beim lautesten Haus der Runde.

Slotuna: Bonus mit Bedingungen, Lizenz ohne Österreich-Bezug

Slotuna hat keine österreichische Bewilligung und nennt stattdessen Anjouan ALSI-152406028-FI2. Der Sport-Erstbonus liefert in diesem Vergleich die konkreteste Bedingungsliste: Für Kombiwetten gilt eine Mindestquote von 1,5 je Auswahl, der Umsatz ist innerhalb von 30 Tagen nach der ersten Einzahlung zu erfüllen, pro Wette zählen höchstens 50 € zum Umsatz, und Einzahlungen per Skrill oder Neteller sind nicht bonusberechtigt.

Diese vier Bedingungen sind zusammen erheblich strenger, als die Zahl des Bonus vermuten lässt. Die Mindestquote verlangt von jeder Auswahl einen bestimmten Preis, was Kombis mit Favoritenkeilen ausschließt. Die Dreißig-Tage-Frist ist bei Live-Wetten kaum ein Problem, weil dort täglich gespielt wird — bei einem geduldigen Spieler mit zwei Kombis pro Woche aber schon. Und die 50-Euro-Kappe pro Wette bedeutet, dass ein großer Teil jedes Einsatzes nicht zum Umsatz zählt, sondern als gewöhnliche Wette nebenherläuft. Dass Einzahlungen per Skrill oder Neteller nicht bonusberechtigt sind, schließt eine ganze Gruppe von Spielern von vornherein aus.

Die Bewertung: Was hier zählt, ist nicht die Bonushöhe, sondern die Frage, ob die eigene Spielweise überhaupt in die Bonusdefinition passt. Wer viel und schnell setzt, kommt mit den Bedingungen zurecht; wer mit einer großen Einzelwette umsetzen will, scheitert an der Kappe.

LeoVegas: Zahlungsvielfalt als eigentliches Produkt

LeoVegas hat keine österreichische Bewilligung; die für die Marke angeführte Lizenz ist die Malta Gaming Authority, ausdrücklich keine österreichische. Immerhin benennt der Anbieter damit eine Aufsichtsbehörde, die überhaupt existiert und Regeln durchsetzt — was für den Vergleich mit Anjouan-Häusern ein messbarer Unterschied ist.

Auffällig ist bei diesem Haus die Zahlungsseite. Die deutsche LeoVegas-App listet PayPal, Paysafecard, Sofort/Klarna, Trustly, Skrill sowie Visa und Mastercard als Zahlungsarten, dazu Einzahlungs- und Verlustlimits sowie Live-Chat- oder E-Mail-Support. Für österreichische Wettkunden, die bei Live-Wetten einen schnellen Zahlungsweg bevorzugen, weil Einsätze und Teilauszahlungen hin und her gehen, ist das ein praktisches Argument. Das Limitangebot zeigt außerdem, dass ein Haus ohne österreichische Bewilligung beim Spielerschutz nicht zwingend passiv sein muss.

Die Bewertung: Der Unterschied liegt in der Bequemlichkeit des Geldflusses, nicht in der Kontrolle des Spiels. Wer Wert auf einfache Einzahlung legt, findet hier die längste Liste; wer wissen will, ob die Angebote österreichisch bewilligt sind, wird von dieser Liste nicht weitergebracht.

Ybets: Betreiberfrage und Anjouan-Lizenz

Ybets wird laut den Nutzungsbedingungen von der Sigg Marketing Limited betrieben, einer Gesellschaft mit Registernummer 238992 und Sitz in Victoria House in Victoria auf Mahé, Seychellen. Das Angebot läuft über die Webseite Ybets. Als Lizenz wird Anjouan ALSI-202411003-FI1 angeführt — ebenso wenig eine österreichische Quelle wie bei Slotuna.

Bemerkenswert ist hier die Offenheit beim Betreiber. Ybets nennt eine Firmenanschrift, eine Registernummer und eine abweichende Domain, die nichts mit dem Markennamen zu tun hat. Für einen Vergleich ist das ein Plus: Man weiß, mit welchem Rechtssubjekt man es zu tun hat, und kann nachlesen, wo es sitzt. Man weiß damit aber noch nicht, warum das so ist, und ein Blick in eine Nutzungsbedingung erklärt keine Bewilligung.

Die Bewertung: Transparenz beim Betreiber ist einen Punkt wert, nicht mehr. Wer bei einem Haus ohne österreichisches Papier spielt, sollte sich dessen bewusst sein, dass die Regulierungsinstanz eine Aufsichtsbehörde auf den Komoren ist und dass kein österreichisches Land die Live-Märkte dieses Anbieters reguliert.

Wonderluck: viele Versprechen, wenige Bedingungen

Wonderluck hat keine österreichische Bewilligung und führt Anjouan als Lizenz an, ohne eine Registernummer zu nennen. Auf der Sport-Seite wirbt das Haus mit einem Erstzahlungsbonus von 100 Prozent bis 150 €, einem wöchentlichen Reload-Bonus von 50 Prozent bis 500 €, Cashback von 10 Prozent bis 500 €, Accumulator Boost und Early Payout. In der Übersicht sind zu diesen Punkten keine Bedingungen angeführt.

Diese Lücke ist der kommerzielle Kern der Bewertung. Fünf Prozent Gebühr, 100 Prozent Bonus, 10 Prozent Cashback — wer solche Sätze nebeneinanderstellt, muss wissen, was jeder davon verlangt. Ein Cashback von 10 Prozent kann an Umsatzauflagen oder an eine Quote gebunden sein, ein 100-Prozent-Bonus bis 150 € an eine Einzahlungshöhe oder eine Frist. Ohne Bedingungen bleibt vom Versprechen ein Wort übrig, und ein Wort ist kein Guthaben.

Die Bewertung: Die Zahl der beworbenen Zusatzposten ist in diesem Vergleich die höchste und die Papierlage die dünnste. Wer hier einzahlt, sollte den Umfang der Promotionsbedingungen vor dem ersten Umsatz selbst prüfen, statt sich auf eine Übersicht ohne Zahlen zu verlassen.

Wo die Rechnung hängen bleibt

Live-Wetten sind in Österreich kein einheitliches Produkt, und das ist die zentrale Erkenntnis dieser Seite. Sie sind ein Produkt mit einem Bundesland im Nenner. Ob live auf den nächsten Torschützen gesetzt werden darf, hängt davon ab, ob das Angebot oberösterreichischen oder wienerischen Regeln folgt. Ob 500 € oder 50 € pro Wette möglich sind, hängt am selben Nenner. Ob eine Bewilligung existiert und wie sie nachlesbar ist, hängt am Betreiber und an seinem Impressum. Der erste Kostenposten einer Livewette ist deshalb Sorgfalt, nicht Geld.

Der zweite Posten ist die Gebühr, und sie ist der einzige, den man in Zahlen fassen kann. Fünf Prozent des Einsatzes laufen seit dem 1. April 2025 mit, gleichgültig, wie sie auf dem Wettschein dargestellt werden. tipp3 macht den Abzug sichtbar und trägt ihn bei verlorenen Wetten selbst; andere Häuser rechnen ihn in die Quote ein, und dann sieht der Kunde ihn nie. Beide Wege sind zulässig. Nur einer von beiden lässt sich im Quotenschlüssel nachprüfen.

Der dritte Posten ist die schiere Frequenz. Live-Wetten kommen in Serien, und eine Serie ist kein Einzelereignis mehr. Die Beispielrechnung mit 10 € Einsatz und Quote 2,50 zeigt, was eine gewinnende Wette zurückbringt: 25 €, eine Spanne von 15 € über den Einsatz hinaus. Sie zeigt auch, wie klein der Puffer ist, wenn daneben zwei Wetten verloren gehen. Dazu kommen Tage, an denen sich die Marge über zwölf Abgaben legt, und dann steht der Puffer nicht mehr. Eine Session mit zwölf Live-Wetten zu je 10 € kostet allein 6 € Gebühr, bevor der erste Schiedsrichter pfeift — und die Quotenmarge jedes Marktes ist in dieser Zahl noch nicht enthalten.

Für wen ist das eine Empfehlung? Nicht für den Impulsklicker, und nicht für den, der seine Woche nach dem Ergebnis einer Zehner-Kombi plant. Es ist eine vernünftige Struktur für jemanden, der wenige Live-Märkte, aber der richtigen wählt, der eine Selbstsperre als Werkzeug und nicht als Beleidigung begreift und der die fünf Prozent als Teil des Preises behandelt statt als Fußnote. Wer den vollen Terminkalender mit Live-Wetten füllt, wird nicht an einer Quote scheitern, sondern an der Häufigkeit. Das ist die unbequeme Schlussfolgerung, die am Ende dieser Rechnung steht: Live-Wetten kosten in Österreich nichts an Legalität, aber viel an Wiederholung.

Häufige Fragen zu Live-Wetten in Österreich

Was ist eine Livewette, und worin liegt der Unterschied zur Vorabwette?

Eine Livewette ist eine Sportwette auf ein Ereignis, das bereits läuft. Die Wette selbst gibt es wie bei einer Vorabwette, die Annahme ist aber länger offen: Sie beginnt zum Spielanpfiff, möglicherweise mit einer Karenzzeit, und läuft bis zum Ende der Partie. Der eigentliche Unterschied ist der Preis: Während des Spiels wird die Quote laufend an das Geschehen angepasst, teils automatisch über Spielstand, Einsätze und Spielzeit. Wer live setzt, setzt also auf eine Quote, die sich in Bewegung befindet, und bezahlt dafür dieselben fünf Prozent des Einsatzes, die auch auf Vorabwetten anfallen.

Wie lange dauert es, bis eine Livewette angenommen ist, und was passiert bei einer Quotenänderung?

Die Annahme erfolgt in Sekunden, nicht in Minuten, und die Spanne unterscheidet sich je Haus. Bei Interwetten dauert sie laut Anbieterangabe typischerweise 5 bis 10 Sekunden. Ändert sich die Quote in dieser Spanne, wird die Abgabe entweder zu den neuen Konditionen angenommen oder ausgesetzt; nach Toren und Platzverweisen kann die Annahme komplett pausieren. Deshalb ist eine Livewette keine Zusage zum Zeitpunkt des Klicks, sondern eine Anfrage mit kurzer Laufzeit.

Welche Live-Märkte werden am häufigsten gespielt?

Drei Markttypen dominieren: die Wette auf das nächste Tor, die Restzeitwette und die Tore-ab-jetzt-Wette. Branchenangaben zufolge kommen sie zusammen auf einen Marktanteil von etwa 60 bis 70 Prozent. Daneben gibt es klassische Live-Märkte auf Zwischen- und Endergebnisse, deren Zulässigkeit vom Wettgesetz des jeweiligen Bundeslandes abhängt: Wien erlaubt Live-Wetten nur auf Teil- oder Endergebnisse, Oberösterreich zusätzlich auf ein numerisches Zwischen- oder Endergebnis oder darauf, wer als Nächster trifft.

Dürfen Live-Wetten in Österreich überall angeboten werden, oder entscheidet das Bundesland?

Entschieden wird es im Bundesland. Sportwetten sind bundesrechtlich kein Glücksspiel, es gibt daher keine Bundeslizenz, keine nationale Aufsichtsbehörde und kein bundesweites Anbieterverzeichnis. Notwendig ist eine Bewilligung der jeweiligen Landesregierung nach dem dortigen Wettgesetz, und die Regeln für Live-Märkte unterscheiden sich — Wien erlaubt sie nur auf Teil- oder Endergebnisse, Oberösterreich weiter. Ob ein Haus eine österreichische Bewilligung besitzt, ist bei einer Landesbehörde nicht zentral nachschlagbar; man findet es nur in seinem Impressum oder in seiner Wettordnung.

Was passiert mit einer offenen Livewette, wenn das Spiel unterbrochen oder abgebrochen wird?

Ein abgebrochenes Spiel ist kein abgeschlossenes Ereignis, sondern ein Fall für die Wettordnung des Anbieters. Weil Live-Quoten laufend angepasst und bei bestimmten Ereignissen sogar ausgesetzt werden, gehört die Regel für einen Abbruch zu den Passagen, die man vor dem Kauf liest. Eine pauschale Frist nennt kein Gesetz; die fünfprozentige Wettgebühr auf den Einsatz ist unabhängig vom Ausgang des Spiels bereits angefallen und wird durch eine spätere Entscheidung des Buchmachers nicht wieder rückgängig gemacht.

Wie funktioniert Cash-Out, und wann steht die Funktion nicht zur Verfügung?

Cash-Out beendet eine offene Wette vor dem Ende des Spiels; der angebotene Betrag richtet sich nach dem Spielverlauf, und in jedem Betrag steckt die Marge des Buchmachers. Die Funktion steht während einer Sperre der Wettabgabe nicht zur Verfügung, etwa bei laufenden Quotenanpassungen — also genau dann, wenn das Spiel sich bewegt. Bei win2day ist sie zusätzlich deaktiviert, wenn eine Wette als FreeBet gespielt wird; Vierklee behält sich vor, ein Cash-Out-Angebot des Kunden nicht anzunehmen.

Inhalt erstellt vom Team «wettanbieterzahlung»